Schlagwort-Archive: Germanistische Linguistik

CfP: 29. Linguistiktage der Gesellschaft für Sprache und Sprachen (GeSuS)

Rahmenthema
Sprachwissenschaftliche Grundlagenforschung und ihre praktische
Anwendung
Paris-Est-Creteil (UPEC), 8.-10. Juni 2023
Zusammen mit der Universität Sorbonne Nouvelle (CEREG)
Präsenzveranstaltung
2. Rundschreiben
(10.1.2023)

Organisation: Valérie Bourdier (UPEC), Laure Gautherot (CEREG-Sorbonne Nouvelle),
Malgorzata Jaskula (INSPE-UPEC), Anne Larrory-Wunder (CEREG-Sorbonne Nouvelle),
Thérèse Robin (INSPE-UPEC)

 

Hier geht’s zum CfP

Tagungsprogramm Konstruktionsgrammatik germanischer Sprachen

24. und 25. März 2022
Dresden

Internationale Fachtagung an der TU Dresden

Konstruktionsgrammatik germanischer Sprachen

Forschungsstand – Desiderata – Perspektiven

 

Gebrauchsbasierte Konstruktionsgrammatiken stehen heute vor zahlreichen Herausforderungen, die interdisziplinärer Verständigung und Aushandlung in besonderem Maße bedürfen. So wurde in den letzten Jahren besonders deutlich, dass bei der Beschreibung von Konstruktionen und Konstruktionsnetzwerken bspw. Aspekte wie Sprachnormorientierung, Konstruktionswandel, spezifischer Gebrauch in Kommunikationsdomänen, Varietäten und/oder in Sprachkontaktsituationen besonders zu berücksichtigen sind. Zum anderen zeigten zahlreiche Studien, dass die Reichweite des Konstruktionsbegriffs in Relation zu Mustern und Schemata, die adäquate Analyse von Bedeutungs- und Formseite von Konstruktionen und damit verbunden die (terminologische) Kategorisierung von Konstruktionen Gegenstände von Diskussionen sind.

Die Tagung “Konstruktionsgrammatik germanischer Sprachen” nimmt zum einen diese Fragen der Forschungsgemeinschaft auf und führt Forscher·innen zusammen, die sich den germanischen Sprachen als Gegenstand widmen, um einige der aufgeworfenen Problemstellungen im interdisziplinären Umfeld diskutieren zu können.

Im Mittelpunkt der Beiträge stehen u.a. die Spannungsverhältnisse zwischen

  • Norm und Regel
  • Regularität und Irregularität
  • Standard und Variation (inkl. Sprachkontakt)
  • Synchronie und Diachronie (Sprach- als Konstruktionswandel)
  • Form und Bedeutung

sowie Fragen zur Reichweite des Konstruktionsbegriffs, zur Kategorisierung von Konstruktionen und schließlich der Anschluss an z.B. diskurs- und framesemantische Forschungsansätze und Interpretationsmodelle.

Zum anderen ist ein zentrales Ziel der Tagung, 32 Jahre nach Fillmore/Kay/O’Connor (1988), 25 Jahre nach Goldberg (1995) und zehn Jahre nach der ersten germanistisch-linguistischen Tagung zur Konstruktionsgrammatik 2010 in Kiel eine kritische Bilanz zu ziehen:

  • Wo steht die Konstruktionsgrammatik heute in theoretischer wie methodischer Hinsicht?
  • Welche der selbst gesteckten Ziele hat die Konstruktionsgrammatik bislang erreicht?
  • Ist die Konstruktionsgrammatik ihren eigenen Ansprüchen gerecht geworden?
  • Welche Desiderata werden oft benannt, aber noch nicht systematisch untersucht?
  • Welchen Herausforderungen soll und muss sich die Konstruktionsgrammatik mittel- und langfristig stellen?

Programm und Infos: https://www.gls-dresden.de/kxg2022/

CfP: #GGSG2022 Historische (Morpho-)Syntax, Dresden, 29.09-01.10.2022

Historische (Morpho-)Syntax

29. September bis 1. Oktober 2022
Dresden

Konzeption und Themenspektrum

Auf der Tagung „Historische (Morpho-)Syntax“ soll der Blick gelenkt werden auf Phänomene der Entwicklung und Verfestigung sprachlicher Muster, die wir mit unterschiedlichen Grammatikbeschreibungsmodellen zu kategorisieren suchen. Sowohl die Phänomene als solche als auch die Adäquatheit spezifischer Beschreibungs- und Analysemodelle sollen auf der Tagung diskutiert werden können. Im Mittelpunkt werden dabei das Deutsche und seine Varietäten stehen; (typologische) Seitenblicke sind aber ausdrücklich erwünscht. Der Tagung wird ein praktischer Workshop zu digitalen Korpora und Erschließungsmöglichkeiten vorangehen.

Call for Papers

Willkommen sind Beiträge zum genannten Themenspektrum. Für die Einreichung Ihres Abstracts im Umfang von ca. 300 Wörtern bis 31.01.2022.

Terminlinie

  • 31.10.2021: Veröffentlichung des Call for Papers
  • 31.01.2022: Frist für die Abstract-Einsendung
  • 31.03.2022: Veröffentlichung des vorläufigen Programms
  • 31.05.2022: Frist für die verbindliche Anmeldung zur Tagung (Präsenz/Distanz)

Rahmenprogramm zur Tagung

Webseite: https://www.gls-dresden.de/ggsg2022/

Workshop, 27.-28.9, Basel: Positionierungsstrategien in Fachdiskursen aus konstruktionsgrammatischer Perspektive

4. Workshop Basel im Rahmen des Eucor-Projekts DIS-AGREE

Positionierungsstrategien in Fachdiskursen aus konstruktionsgrammatischer Perspektive

Workshop-Leitung: Dr. Mirjam Weder (Universität Basel), Prof. Dr. Laurent Gautier (Université de Bourgogne – Dijon)

Datum: 27.9-28.9.2021 (Beginn am 27.9.2021 um 12 Uhr; Ende 28.9.2021 um 17 Uhr)

Ort: Universität Basel (Durchführung ist in Präsenz geplant, online falls es die Pandemielage nicht zulässt).

Deutsches Seminar der Universität Basel, Nadelberg 4, Seminarraum 3 (Erdgeschoss)

Exposé und Programm online.

Kontakt: laurent.gautier@u-bourgogne.fr

Workshop Diskursmorphologie, 18.-19. März, online (zoom)

Online-Tagung:

Diskursmorphologie

18./19.03.2021

Organisation:

Prof. Dr. Laurent Gautier, Université de Bourgogne laurent.gautier@u-bourgogne.fr

Dr. Sascha Michel, RWTH Aachen s.michel@isk.rwth-aachen.de

Dr. Simon Varga, FTSK Germersheim varga@uni-mainz.de

Tagungskonzept

Die Diskurslinguistik beschäftigt sich traditionell nur am Rande mit morphologischen Aspekten. Spitzmüller/Warnke (2011: 138) beziehen Wortbildung zwar in ihrer „wortorientierten Analyse“ mit ein, sehen aber davon ab, eine „eigenständige morphemorientierte Ebene“ anzunehmen, „weil diese Morpheme im Diskurs bereits als realisierte Wortformen erscheinen“. Die Flexionsmorphologie bleibt indes weitgehend unberücksichtigt.

Allerdings hat auch die Morphologie diskurslinguistische Fragestellungen bislang allenfalls gestreift. Wiewohl etwa die Wortbildungsforschung in den letzten Jahren eine „pragmatische Wende“ erfahren hat und zunehmend Aspekte des Wortbildungsgebrauchs aufgreift (vgl. Elsen/Michel 2007, 2011), bleibt zu konstatieren, dass diese nur selten über die Textebene hinausgehen.

Die Diskursgrammatik wiederum widmet sich seit einiger Zeit der diskursiven Bedeutung und Funktion von phrasen- und satzsyntaktischen sowie morphologischen Einheiten (vgl. Warnke et al. 2014, Müller 2018). Genau hier möchte die Diskursmorphologie – verstanden als Teildisziplin einer Diskursgrammatik – ansetzen, indem sie postuliert, dass eine „morphemorientierte Ebene“ – im Zusammenspiel freilich mit allen anderen diskurslinguistisch relevanten Ebenen – eine neue, zusätzliche Herangehensweise an flexionsmorphologische und wortbildungsbezogene Fragestellungen in Diskursen bedeuten kann. So kommt auch Gredel (2018: 66) bei der Analyse von Itis-Kombinatorik in Wikipedia zu folgendem Ergebnis: „Gezeigt werden konnte, dass Morpheme als Zugriffsobjekt für korpuslinguistisch informierte Diskursanalysen brauchbar sind“.

Wir möchten uns im Rahmen der Tagung einen ersten theoretisch-methodischen Zugang zu einer systematischen Erforschung des Zusammenspiels zwischen Diskurslinguistik einerseits und Morphologie andererseits verschaffen. Folgende Fragestellungen und Themen sollen dabei u.a. im Zentrum stehen:

Theoretisch-methodisch:

  • Welchen Stellenwert nimmt die morphologische Analyse im Rahmen einer diskurslinguistischen Mehrebenenanalyse (vgl. Spieß 2011) ein?
  • Welche theoretischen Ansätze (z.B. Konstruktionsgrammatik (vgl. Ziem 2018), Kognitive Semantik, Soziolinguistik, Textlinguistik, Pragmatik, Medienlinguistik etc.) bieten sich an?

Empirisch:

  • Wie lassen sich die Daten empirisch, d.h. korpuslinguistisch erheben?
  • Welche Ergebnisse liefern morphologische Fallanalysen?
  • Welchen Einfluss haben soziopragmatische Variablen (z.B. Äußerungskontext) auf die diskursive Verwendung morphologischer Einheiten?
  • Welche Bedeutung kommt bestimmten medialen Rahmenbedingungen zu – beispielsweise bei der diskursiven Bearbeitung/Erstellung von Online-Texten oder der Bildung von diskurskonstituierenden und -strukturierenden Hashtags?

 

Literatur (Auswahl):

Elsen, Hilke/Michel, Sascha (2007): „Wortbildung im Sprachgebrauch. Desiderate und Perspektiven einer etablierten Forschungsrichtung“, in: Muttersprache 1/2007, 1–16.

Elsen, Hilke/Michel, Sascha (2011) (Hgg.): Wortbildung im Deutschen zwischen Sprachsystem und Sprachgebrauch. Perspektiven – Analysen – Anwendungen. Stuttgart (= PGL 5).

Gredel, Eva (2018): „Itis-Kombinatorik auf den Diskussionsseiten der Wikipedia: Ein Wortbildungsmuster zur diskursiven Normierung in der kollaborativen Wissenskonstruktion“. In: ZfAL 68/2018, 35–72.

Müller, Marcus (2018): Diskursgrammatik. In: Warnke, Ingo H. (Hg.): Handbuch Diskurs. Berlin/Boston: de Gruyter, 75–103. (= Handbücher Sprachwissen)

Spieß, Constanze (2011): Diskurshandlungen. Theorie und Methode linguistischer Diskursanalyse am Beispiel der Bioethikdebatte. Berlin/Boston: de Gruyter. (= Sprache und Wissen 7).

Spitzmüller, Jürgen/Warnke, Ingo H. (2011): Diskurslinguistik. Eine Einführung in Theorien und Methoden der transtextuellen Sprachanalyse. Berlin/Boston: de Gruyter.

Warnke, Ingo H./Wildfeuer, Janina/Schmidt-Brücken, Daniel/Karg, Wolfram (2014): Diskursgrammatik als wissensanalytische Sprachwissenschaft. In Benitt, Nora/Koch, Christopher/Müller, Katharina/Saage, Sven/Schüler, Lisa (Hgg.), Kommunikation – Korpus – Kultur: Ansätze und Konzepte einer kulturwissenschaftlichen Linguistik. Trier: WVT, 67–85 (= Giessen Contributions to the Study of Culture 11).

Ziem, Alexander (2018): Diskurslinguistik und (Berkeley) Construction Grammar. In: Warnke, Ingo H. (Hg.): Handbuch Diskurs. Berlin/Boston: de Gruyter, 104–133. (= Handbücher Sprachwissen)

Tagungsprogramm

Interessierte sind herzlich eingeladen. Bitte melden Sie sich bei einem der Organisatoren, um den Zugangslink (Zoom) zur Tagung zu erhalten.

 

Donnerstag, 18.03.2021

Zeit Vortrag
10.00-10.15 Begrüßung und Einführung

Laurent Gautier und Sascha Michel

10.20-10.45 Morphologie aus Sicht der Diskursgrammatik

Marcus Müller (Darmstadt)

11.00-11.25 coroni|-eren|-sieren|-fizieren

Zum Verhältnis von Diskursmorphologie und Diskurspragmatik

Kersten Sven Roth (Magdeburg)

11.40-12.05 Hapaxe, Morpheme und Produktivität im COVID-19-Diskurs

Philipp Dreesen/Julia Krasselt und Klaus Rothenhäusler (Winterthur)

12.15-13.00 Mittagspause
13.00-13.25 Namen und Wortbildung:

Eigennamenkomposita in Text und Diskurs

Adele Baltuttis und Barbara Schlücker (Leipzig)

13.40-14.05 „Merkelt ihr nicht das ihr vergauckelt werdet ???“ – Wortbildung in verschwörungstheoretischen Diskursen

Sören Stumpf (Trier)

14.20-14.45 Es wächst zusammen, …   Inkorporation: eine irreversible Geschichte?

Martine Dalmas (Paris)

 

Freitag, 19.03.2021

Zeit Vortrag
10.00-10.25 Kontroverse Komposita und Co.: Explorationen im Flüchtlingsdiskurs am Beispiel von Bundestagsreden

Sascha Michel (Aachen) und Alexander Ziem (Düsseldorf)

10.40-11.05 Geächtetes Suffix: Vom -ling im Flüchtling und der Diskursmacht einer Metamorphologie

Marlene Rummel (Dresden)

11.20-11.45 Diskursmorphologie und digitale Kommunikation: Plattformspezifische Wortbildungsprodukte in der kollaborativen Textproduktion

Eva Gredel (Duisburg-Essen)

11.55-13.00 Mittagspause
13.00-13.25 #ichbinX/#wirsindX: zur diskursiven Produktivität eines #-Wortbildungsmusters

Laurent Gautier (Dijon)

13.40-14.05 Grammatische Morpheme als „Stigmamorpheme“: Überlegungen zur diskursiven Bedeutungskonstitution unterhalb der Wortebene

Simon Varga (Germersheim)

14.20-15.00 Abschlussdiskussion
15.00 Ende der Tagung